Fasnacht geht voll ab – Maximum an Extravaganz ist king

4 Min Read

Die Story von Eliane Schädler ist straight aus der Kindheit. Mit ihrer Tante, die bei der Guggenmusik am Start war, und ihrer Nana, die auf Kaffeekränzchen abfuhr, hat sie die Kostüme genäht. Als kleiner Sprössling hat sie den Frauen beim Nähen zugeschaut. Heute pimpt sie ihre Kleider selbst. «Früher habe ich zusätzlich Guggenkleider für andere genäht. Wenn ich es aber so mache, wie ich es gerne möchte, geht es ins Unermessliche, was den Zeitaufwand und das Material betrifft», sagt sie. An der Jacke, die sie an dieser Fasnacht trägt, hat sie mega lange gearbeitet. Beim Nähen lässt sie ihrer Kreativität freien Lauf – ihre Ideen sind unlimited.

DIY-Klamotten und der Traum vom Modedesign

Sie näht auch sonst ihre Klamotten selbst. Manche Teile pimpt sie auf, so wie ihre Jacke, die sie seit zwei Jahren immer wieder mit neuen Accessoires verziert. «Eigentlich wollte ich immer Modedesignerin werden, das war mein Dream Job. Aber von hier aus Fuss zu fassen, das ist mega schwer», erzählt sie. Die Metropolen sind einfach zu weit weg. Deswegen hat sie eine Lehre als Zweiradmechanikerin gemacht, weil sie da mit den Händen arbeiten konnte. Jetzt ist ihr Traumberuf ihr Hobby.

Fasnacht-Fieber und Kreativität

Wenn das Motto für die Fasnacht bekannt gegeben wird, stellt sie sich schon das Kostüm vor. «Im August beginne ich, das Material zu bestellen und besuche die Flohmärkte», erzählt sie. Ihr ausgefallenstes Kostüm bisher war wohl der Punk oder das «Muertos-Mandli» in diesem Jahr, vor allem wegen des Kopfschmucks. Einmal hat sie sich als Punk Barbiepuppen in die Haare gesteckt oder einen Vogelkäfig auf dem Kopf befestigt. «Das wollte ich schon immer einmal machen», sagt sie total begeistert.

Fasnacht-Veränderungen und Kostümsammlung

Sie hat bemerkt, dass sich die Fasnacht stark verändert hat. Es gibt weniger Maskenbälle und die dekorierten Beizen sind weniger geworden. Vor allem für die jungen Leute unter 18 Jahren gibt es kaum mehr Möglichkeiten, irgendwo hin zu gehen, findet sie schade. Ihre ganze Family ist fasnachtsbegeistert. Ihr Haus ist voller Kostüme, so wie sie es als Kind in Schaan kannte. «Die Leute sagen, du hast alles, und so ist es auch.» Für jedes Motto lässt sich etwas finden, wie in einem Kostümverleih. Immer wieder würden Anfragen eintreffen. Sie ist eine richtige Sammlerin und bewahrt alles auf.

Yoga, Kunst und Musik

Auch sonst ist Eliane Schädler kreativ. Sie probiert alles aus, was mit Handarbeit zu tun hat – sogar betonieren. Und sie malt Bilder. Ein Werk befindet sich hinter ihrer Nähmaschine. Und sie praktiziert viel Yoga. Mit ihrem Mann besucht die positiv eingestellte Frau zwei bis drei Metal-Konzerte im Monat. «Das ist meine Chill Phase und gibt mir sehr viel.» Sie mag das Live-Feeling. Auch Festivals wie das Greenfield sind ein Muss, wobei sie mittlerweile in Hotels pennt. Jetzt freut sich die Fasnächtlerin auf den Umzug in Triesenberg am Dienstag.

Leave a comment