Elternzeit mit Cash könnte auf dem Slow-Track landen

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Elternzeit-Deal: Keiner ist happy, aber alle akzeptieren’s

„Jeder ist ein bisschen genervt. Das zeigt mir, dass es eigentlich ein guter Deal ist“, so die Zusammenfassung von Vize-Regierungschefin Sabine Monauni zur Einführung einer bezahlten Eltern- und Vaterschaftszeit. Die wichtigsten Details des Plans wurden nicht groß verändert: Mamas und Papas haben Anrecht auf eine viermonatige Elternzeit, wovon zwei Monate mit Cash versüßt sind. Auch die zwei Wochen bezahlter Papa-Urlaub sind kein Streitpunkt, genauso wenig wie der Mitarbeiterbeitrag zur Familienausgleichskasse (FAK).

Landtags-Debatte zeigt: Der Deal war hart

Wie heftig es war, diesen Deal zu finden, zeigt die Landtagsdebatte. Obwohl alle die gleiche Richtung wollten, hatte jeder andere Wünsche, was die Regierung noch aufnehmen sollte. Die Freie Liste zum Beispiel wollte, dass die Vergütung auf alle vier Monate ausgedehnt wird – bei gleichem monatlichen Cashflow. Aber das wird wohl schwierig.

Detailfragen sorgen für lange Debatte

Die Debatte dauerte mehr als fünf Stunden, weil es viele Detailfragen gab. Ein Knackpunkt ist zum Beispiel, dass die Elternzeit auch rückwirkend gilt. Das ist rechtlich nicht anders machbar, aber es könnte tough werden, wenn viele gleichzeitig in Elternzeit wollen. Immerhin sind 98 Prozent der Firmen in Liechtenstein Mini-Unternehmen mit wenigen Mitarbeitern. „Das kann schnell existenzbedrohend werden, auch für große Unternehmen“, warnt Sascha Quaderer (FBP).

Finanzierung der Eltern- und Vaterschaftszeit

Ein großer Punkt war die Finanzierung der Mutter- und Vaterschaftszeit, die laut dem Plan der Regierung über die Krankenkassen laufen soll. Für Unternehmen bedeutet das bei einer Elternschaft unter den Mitarbeitern deutlich höhere Taggeldprämien. Das hat schon seit Jahren für Stress gesorgt und auch in der Vernehmlassung für Kritik von vielen Seiten.

Familienzulagen bleiben gleich, aber FBP will sie erhöhen

Seit 2007 sind die Familienzulagen gleich geblieben. Die FBP will diese nun mit einer parlamentarischen Initiative um etwa neun Prozent erhöhen und so über 6000 Familien entlasten. „Das wäre nur konsequent, die AHV wurde im selben Zeitraum bereits zwei Mal an die Teuerung angepasst“, so Bettina Petzold-Mähr (FBP).

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