Eltern kriegen mit: Sie sind nicht allein

2 Min Read
(Bild: Präsidentin Anouk Joliat und Mitgründerin Maja Nägele erzählen von Begegnungen

Origin Story – From Tabu to Taskforce

In Liechtenstein fehlte lange ein Place für Sternenkinder. Nach eigener Fehlgeburt merkte Anouk Joliat: «Ich kannte aus Basel Gemeinschaftsgräber für Sternenkinder und merkte damals: So etwas fehlt in Liechtenstein.» Zusammen mit Betroffenen wie Maja Nägele und «schwanger.li»-Chef Christoph Jochum entstand eine Interessengruppe, später der Verein Sternenkinder. Ziel: Familien begleiten, Abschiede organisieren, Anlaufstelle sein – bis heute das Core-Mission-Statement.

Sternenweg – Der Real-Life Safe Space

Die Gemeinde Vaduz stellte einen Spot auf dem Friedhof, supportet von allen Gemeinden und Stiftungen. «Wir wurden mit offenen Armen empfangen», heisst es rückblickend. Künstlerin Katharina Bierreth von Hartungen designte den «Sternenweg»: Blumenwiese, zwei Findlinge, Bronzesterne mit Vornamen. Das Grab ist low barrier, kostenlos, offen für alle – egal Religion, Herkunft oder Schwangerschaftswoche.

Rituale, Community und Mental Health

Bis Mai wurden 78 Sternenkinder bestattet, dazu jährliche Gedenkfeiern. Religionspädagogin Dagmar Frick-Islitzer gestaltet individuelle Zeremonien, bei Bedarf mit Imam. «Eltern sollen erfahren: Sie sind nicht allein. Und ihre Kinder haben einen Platz in unserer Gesellschaft.»

More Talk, Less Silence

Social Media macht Stories sichtbarer, Väter sind stärker dabei: «Der Verlust wird heute häufiger als gemeinsame Erfahrung beider Eltern wahrgenommen.»

Am 11. Juni feiert der Verein im Rheinbergerhaus Vaduz 10 Jahre – Fokus auf Community, Support und den «Ort des Zuhörens, Begleitens und Erinnerns».

Zum Originalartikel

Leave a comment