VP Bank im Sparmodus
Die VP Bank hat beschlossen, 100 Jobs zu cutten und unsuccessful Produkte und Services zu droppen. Die Medien nennen das einen «Befreiungsschlag». Der ehemalige CEO Paul Arni hat offenbar ein ziemliches Durcheinander hinterlassen, so die «Handelszeitung». Ein neuer CEO ist noch nicht gefunden.
Strategie 2026 auf dem Prüfstand
Die von Arni eingeführte «Strategie 2026» wird ebenfalls gekürzt. Ursprünglich sollten jährlich 4-6 Prozent Ertragswachstum und mindestens 4 Prozent Netto-Neugeld erreicht werden. Die Kernkapitalquote sollte über 20 Prozent liegen und das Kosten-Ertrags-Verhältnis (CRI) unter 75 Prozent. Aktuell ist die Bank weit von diesen Zielen entfernt: Der Gewinn brach um 55 Prozent auf 11,5 Millionen Franken ein, der Netto-Neugeld-Zufluss liegt bei 2,2 Prozent und die CRI bei 91,5 Prozent.
Ziele nicht aufgegeben
CFO Roger Barmettler erklärte, dass die Ziele bis 2026 zwar schwer zu erreichen seien, man jedoch weiter daran arbeite. Interims-CEO Urs Monstein betonte: «Es gibt keinen Grund, warum die Bank 2016 bis 2019 Wachstum gehabt hat und es jetzt nicht wieder erreichen kann.»
Neue Sparmassnahmen
Neben Stellenabbau werden die Büros in Hongkong geschlossen und das Projekt Orbit gestoppt. Diese Plattform war Teil der «Strategie 2026». Laut Monstein kam man damit zu spät: «Der Markt hat nicht auf uns gewartet.»
Fokus auf Wachstum
Die Bank will nicht nur sparen, sondern auch dynamisch wachsen. Neue Kunden sollen durch den Fokus auf das Intermediärgeschäft gewonnen werden. Deutschland und die Nordics sollen besser erschlossen werden, jedoch aus bestehenden Standorten heraus.
Unterschiedliche Strategien
Im Gegensatz zu Konkurrenten wie LGT und Liechtensteinische Landesbank, die ihre Standorte in Deutschland ausbauten, setzt die VP Bank auf andere Maßnahmen. Die neue Strategie kam bei den Aktienmärkten gut an, ob sie erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten.
Rückblick und Ausblick
Verwaltungsratspräsident Stephan Zimmermann meint: «Ehrlicherweise muss man sagen, wenn man vor drei Jahren vorhergesehen hätte, was folgen wird, makroökonomisch, geopolitisch und so weiter, dann hätten wir anders geplant.»
