New-Material-Gamechanger
Das Schweizer Start-up Amela Biosciences entwickelt synthetische Protein-Bioinks, die klassische, tierbasierte Zellgerüste im Labor ersetzen sollen. CEO Sandra Núñez erklärt: «Wir lösen ein Materialproblem an der Wurzel der Zellforschung». Tierische Komponenten hätten «schwankende Qualität, undefinierte Inhaltsstoffe und potenzielle Kontaminationsrisiken». Folge: ««Tierisch gewonnene Materialien können zu unvorhersehbarem Zellverhalten, schlecht vergleichbaren Resultaten und wiederholten Experimenten führen» – mit massivem Time- und Money-Loss.
Baukasten statt Trial-and-Error
Die Tech funktioniert wie ein modularer Baukasten: «Ein Baustein sorgt für die Struktur, er bestimmt, wie fest oder weich das Gerüst wird. Der andere Baustein präsentiert die biologischen Signale und sagt den Zellen, woran sie sich festhalten und wie sie sich verhalten sollen.» Beides ist unabhängig einstellbar – von softem Nervengewebe bis stabiler Knochen-Replica. Ziel ist höhere Reproduzierbarkeit: «Reproduzierbarkeit bedeutet für uns, dass wir eine Unsicherheitsvariable aus der Entwicklungsarbeit unserer Kunden nehmen.»
3D-Organe und Less Animal Testing
Die Bioinks sind kompatibel mit Bioprinting und bereits mit Muskel-, Nerven-, Bindegewebs- und Stammzellen getestet. «Ganz visionär gedacht, lassen sich irgendwann Gewebe oder Organe direkt aus dem 3D-Drucker herstellen», so Núñez. Zu Tierversuchen: «Jein.» Die Zahl könne sinken, ein kompletter Ersatz sei kurzfristig nicht realistisch.
Start-up-Backstory
Die Gründung basiert auf einem Innosuisse-Projekt von ETH Zürich und ZHAW; Resultat: Patent, Deep-Tech-Spin-off und Ausbau in St. Gallen mit Fokus auf Fundraising, Supply Chain, Kunden und Team.
