IWF-Beitritt: Liechtenstein im Fokus
2019 droppt der damalige Schweizer Bundespräsident Ueli Maurer ein Statement, das Liechtenstein den Beitritt zum Internationalen Währungsfonds (IWF) prüfen soll. Maurer betont, dass Länder mit starken Finanzsektoren wie Schweiz und Liechtenstein ein Interesse an einem gut laufenden IWF haben. Er verspricht Unterstützung von der SNB und dem Staatssekretariat für Internationale Finanzfragen.
Referendum in Liechtenstein
Trotz Unterstützung von der Schweiz formiert sich in Liechtenstein Widerstand. Das Referendumskomitee „Nein zum IWF-Beitritt“ sammelt über 2700 Unterschriften. Die Bürger werden nach den Sommerferien darüber abstimmen, ob Liechtenstein das 191. Mitglied des IWF wird.
Historische Ironie
Interessanter Twist: Ueli Maurer, der 2019 den Beitritt supportet, gehört der SVP an. 1992 war die SVP, angeführt von Christoph Blocher, einer der heftigsten Gegner des Schweizer IWF-Beitritts. Blocher warnte, dass die Schweiz ihre Unabhängigkeit verlieren könnte.
Diverse Gegner
1992 ergriff Blochers „Aktion für eine neutrale und unabhängige Schweiz“ das Referendum gegen den IWF-Beitritt. Auch die Entwicklungsorganisation „Erklärung von Bern“ sammelte Unterschriften, da sie meinte, der IWF zwinge Entwicklungsländern neoliberale Politik auf.
Schweizer Entscheidung
Trotz Widerstand stimmten 1992 rund 56 Prozent der Schweizer für den IWF-Beitritt. Seitdem ist das Thema in der Schweiz kein großes Politikum mehr, und es gab nie ernsthafte Versuche, den IWF wieder zu verlassen.
