Digitaler Newcomer
In Vaduz ist seit knapp drei Monaten Chatbot «Vaduzli» am Start und liefert 24/7 Service-vibes für die Gemeindeverwaltung – immer mit «Hoi» im Chatfenster. Laut Selbsttest droppt er instant Protokolle der letzten Gemeinderatssitzung, Förder-Formulare für hindernisfreies Bauen, Kontaktdaten der Bauverwaltung oder Öffnungszeiten der Deponie. Auch Food-Recommendations sind drin: gut-bürgerlich Gasthof Au, indisch Schlössle Mahal, Fine Dining im Torkel.
Use-Stats und Money-Talk
Martina Podgornik, Fachverantwortliche Öffentlichkeitsarbeit, berichtet von «reger» Nutzung: durchschnittlich 54 Fragen pro Tag, 9 Sessions, klare Entlastung fürs Team durch «häufige Standardfragen». Umsetzung mit Schweizer Provider kostete 25 500 Franken, der Unterhalt monatlich 541 Franken.
Neutral Mode und Datenschutz
Zur Chef-Frage reagiert «Vaduzli» strikt nüchtern: «Ich habe keine persönliche Meinung. Florian Meier ist der Bürgermeister von Vaduz und gehört der Fortschrittlichen Bürgerpartei (FBP) an.» Daten liegen teilweise auf US-Servern, laut Gemeinde aber sicher: «Er verarbeitet keine personenbezogenen Daten aus Verwaltungssystemen und ist nicht für vertrauliche Anliegen vorgesehen».
Glitches und Copycats
Fehlerfrei läuft es nicht: Die KI listete die Winter-Hütte «Vadozner Alphötta» als Sommer-Restaurant, erkannte später immerhin, «dass es sich bei der ‹Vadozner Alphötta› tatsächlich um ein saisonales Angebot handelt». Parallel ist beim Staat schon «Libot» online – laut Vaduz ein separates Projekt, aber mit regelmässigem Austausch.
