Der erste Streik hat am meisten Mut gebraucht

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(Bild: Helen Marxer als Lehrerin im Jahr 1975)

Throwback 1991 – OG-Frauenstreik-Edition

1991 läuft in Liechtenstein der erste Frauenstreik – kurz nach dem Frauenstimmrecht, komplett Neuland. Helen Marxer organisiert im Vorstand des Vereins Bildungsarbeit für Frauen mit, sagt aber zuerst, sie sei als Angeheiratete «angreifbarer». Im Crowd-Mode ist der Zweifel weg: Rund 40 Frauen ziehen mit Stofftüchern, auf denen «Out of Service» oder «Jetzt Gleichberechtigung, nicht später» steht. Eine Frau blockiert mit zwei Enkeln den Verkehr, die Band «Das kleine Schwarze» liefert den Soundtrack.

Streiks, Politik und Abtreibungs-Debatte

Zwischen 1991, 2009, 2023 und 2026 hat sich die Bevölkerung «ein bisschen daran gewöhnt». Für den aktuellen feministischen Streik werden kaum Politiker erwartet, «Vielleicht die von der Freien Liste.» Das Komitee fordert Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und die Fristenlösung. Marxer nennt das Verbot «sowas von überholt» und betont: «je offener, desto besser.» Vom Erbprinzen erwartet sie, «dass er einen Unterschied macht zwischen seiner Meinung und seiner Verantwortung als Staatsoberhaupt.»

Feminismus, Gen-Z-Vibe und Ehe-Realität

Für Marxer ist «Feminismus […] das A und O». Junge Aktivistinnen hätten heute genug Selbstbewusstsein, Gleichberechtigung zu claimen. Kritik gibt es an jenen, die meinen, es gehe ihnen gut und sie seien «nirgends benachteiligt». Zur Ehe sagt sie: «In der Ehe fangen die Probleme erst an.» Frauen sollten ihre Eigenständigkeit bewahren, «In einer Ehe muss man ständig Dinge aushandeln.»

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