Öffentlicher Verkehr in der Fast Lane
Also, checkt das mal: Pünktlichkeit ist ein ziemliches Must-Have für den öffentlichen Verkehr, oder? Wenn der Fahrplan nicht on point ist, könnten die Homeys, die den ÖV nutzen, ihre Anschlüsse verpassen. Um den ÖV noch attraktiver zu machen, hat die Regierung 2023 ein cooles Busbevorzugungskonzept vorgestellt und das ATG (Amt für Tiefbau und Geoinformation) mit der Umsetzung der Aktionen beauftragt. Seit Dienstag läuft ein Pilotversuch mit Bushaltestellen ohne Überholmöglichkeit.
Bus Stop meets Traffic Light
Was genau geht ab? Bei den Bushaltestellen Presta in Eschen und Ivoclar in Schaan wurde eine Ampel vor der Busbucht installiert. Während des Pilotversuchs können die Busfahrer dieses Lichtsignal selbst zünden, um zu verhindern, dass Autos den Bus überholen, während dieser in der Bucht chillt und Leute ein- und aussteigen lässt. Aber Achtung! Die Ampel soll nur dann aktiviert werden, wenn es Stau gibt. Ziel ist, dass der Bus seinen Platz in der Staukolonne nicht verliert, während er die Haltestelle bedient.
Smooth Sailing bei Normalverkehr
Wenn kein Stau ist, wird die Bushaltebucht normal, also ohne Lichtsignal, bedient, sodass der haltende Bus vom Individualverkehr überholt werden kann.
Win-Win für alle Verkehrsteilnehmer
Das Busbevorzugungskonzept soll eine effektive Busbevorzugung erreichen, ohne andere Verkehrsteilnehmer abzuhängen. Für Autofahrer entsteht bei Stau, zum Beispiel zur Rush Hour, kein Zeitverlust, wenn sie hinter dem Bus warten müssen. Beim Warten hinter dem Bus entsteht vor dem Bus ein Freiraum. Sobald der Bus losfährt, schließt der Verkehr aber schnell wieder auf. Je länger die Wartezeit hinter dem Bus, desto kürzer die Wartezeit am Stauknotenpunkt, so die Theorie.
Reality Check in Aktion
Wie diese Theorie in der Praxis aussieht, wird nun getestet. Der Pilotversuch dauert voraussichtlich bis Mitte April. Währenddessen werden die Auswirkungen auf die Fahrplanstabilität gemessen und es wird auch ausgewertet, wie und wann die Busfahrer das Lichtsignal zünden, wie aus einer Mitteilung der Regierung vom Mittwoch hervorgeht.
Next Level: Automatische Stauerkennung
Sollte der Pilotversuch die Fahrplanstabilität verbessern, könnte eine dauerhafte bauliche Realisierung erfolgen. „Es bestünde dann die Möglichkeit, Sensoren zu installieren, welche die Verkehrssituation erfassen und die Lichtsignalanlagen bei Stausituationen automatisch in Betrieb setzen“, schreibt die Regierung.
Finaler Roll-out: noch offen
Wann eine finale Umsetzung möglich ist, lässt sich momentan noch nicht sagen, erklärt Maximilian Rüdisser, Generalsekretär im Ministerium für Infrastruktur. Sollte sich zeigen, dass die Busfahrer gut mit der selbstständigen Auslösung der Lichtsignalanlage klar kommen, könnte die finale Lösung anders aussehen als wenn man Sensoren installieren muss, die eine mögliche Staubildung erkennen und dann die Ampelanlage automatisch in Betrieb setzen.
Plan B: Pilotversuch als Dauerlösung?
Laut Rüdisser könnte der Pilotversuch auch verlängert und bis zur Realisierung einer endgültigen Lösung beibehalten werden. Das natürlich nur, wenn ein positiver Effekt auf die Fahrplanstabilität der LIEmobil erreicht wird. Relevant ist auch, ob die Lösung bei allen Verkehrsteilnehmern auf Akzeptanz stößt.
