Full House im Skino
Die Doku „Der automobile Mensch“ von Reinhard Seiss sorgte letzten Donnerstag im Skino für volle Reihen. Mit Support von LGT, der Gemeinde Vaduz und dem Verkehrsclub Liechtenstein wurden aus 6 Stunden Material knackige 82 Minuten geschnitten. Georg Sele, Präsident des VCL, betonte, dass diese Minuten „für die Bevölkerung unserer Region relevant und wichtig sind“ und plädiert für eine „enkeltaugliche Verkehrsmittelwahl“.
Klimaziele und Verkehrschaos
Christian Springers bayrische Stimme fragt gleich zu Beginn: „Was glauben denn Sie, schaffen wir die Klimaziele noch?“ Mit Verzicht allein – wie dem Austausch alter Ölheizungen – sei das kaum machbar, besonders wenn fast ein Drittel des CO2 aus Autoauspuffen kommt. Der Verkehr wächst weiter, trotz Warnungen seit den 70er-Jahren. Der 82-minütige Film zeigt auf humorvolle und doch entlarvende Weise die Absurditäten und Herausforderungen der Verkehrswende.
Verkehrsabsurditäten und Alternativen
Reinhard Seiss verdeutlicht mit verschiedenen Verkehrskonzepten die Auswirkungen neuer Straßen auf Natur und Landschaft. Von riesigen Parkplätzen bis zu Lärmschutzwänden – das Auto dominiert. Das Fahrrad könnte eine gesunde Alternative sein, aber oft nur für „die Gefahr lieben oder sehr viel Zeit haben“. Fußgänger haben es mit winzigen Gehsteigen auch nicht leicht: „Der Gehsteig ist die Rumpelkammer des Straßenraums.“
Liechtenstein: Auto-Nation
Liechtenstein, das sechstkleinste Land der Erde, ist eine der automobilsten Nationen. Bei 40.000 Einwohnern gibt es 30.000 PKW. Georg Sele sieht hier großes Verbesserungspotenzial und betont, dass die Politik auf Fahrradverkehr setzt, aber das Auto weniger attraktiv gemacht werden muss.
Fazit und Diskussion
Seiss zeigt sich fassungslos über den Egoismus im Verkehr. Der Film stieß eine heftige Diskussion an, die beim anschließenden Umtrunk lautstark weiterging. Die Emotionen kochten hoch – bleibt abzuwarten, ob sich etwas ändern wird.
