Datenschutz-Boom in Liechtenstein
Im Jahr 2023 hat die Liechtensteiner Datenschutzstelle (DSS) insgesamt 1788 Anfragen erhalten, das sind 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit der Einführung der europäischen Datenschutzgrundverordnung 2018-2019 ist dies der höchste Stand. Damals hatte die DSS rund 2000 Anfragen pro Jahr zu bearbeiten.
Videoüberwachung und KI als Hot Topics
Die Komplexität der Anfragen steigt, besonders dank neuer Tech wie KI und Chat GPT. Ein Drittel der Anfragen kam aus der Privatwirtschaft, 22 Prozent von Behörden und über ein Viertel aus dem Ausland. Die restlichen Anfragen stammen von Privatpersonen (12,4 Prozent), Vereinen und Stiftungen (5,4 Prozent) sowie Medien (1 Prozent).
Verwarnungen und seltene Bussen
Neben Anfragen gab es 44 Datenschutzbeschwerden von Privatpersonen gegen Unternehmen oder Behörden. Diese betrafen Rechte wie Information, Auskunft und Löschung. Die DSS sprach Verwarnungen und Verbote aus, verhängte aber nur eine Busse. Die Beschwerdekommission für Verwaltungsangelegenheiten (VBK) fordert, dass immer erst eine Verwarnung erfolgen muss, was die DSS anders sieht.
Qualität der DSS-Arbeit
Trotz steigender Anfechtungen stützen die Verwaltungsgerichte die DSS-Entscheide. „Das ist für mich ein Zeichen für die gute Qualität der Arbeit der Datenschutzstelle“, so FBP-Fraktionssprecher Daniel Seger im Landtag.
