Neue Vibes bei der klassischen Musik Show
Im TAK Vaduzer Weltklassik Konzert wurde die old-school Spielregel einer klassischen Jam-Session komplett umgekrempelt. Statt einem üblichen Stargast-Auftritt in der Mitte des Events, war der Main Act, Albrecht Mayer, erst am Abendende zu sehen. Das Zürcher Kammerorchester, die bei dieser Session am Start waren, haben so eine mega Anziehungskraft erzeugt und das Publikum mit Mayer’s Performance in andere Dimensionen katapultiert.
Eine halbvolle Halle und ein Blick in die Vergangenheit
Leider haben sich einige das Spektakel entgehen lassen und der Saal war nur halb voll. Vermutlich waren die vielen Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag der Grund. Echt schade, denn gerade die Solo-Performance auf der Oboe hätte die Chance geboten, alte Geschlechterklischees musikalisch auf die Probe zu stellen. Und Edward Elgars „Serenade für Streicher in e-Moll, op. 20“, die das Zürcher Kammerorchester nach der Pause gespielt hat, erinnert an überholte Rollenklischees. Elgar hat eines seiner bekanntesten Werke 1892 mit der „Worcester Ladies‘ Orchestral Class“ uraufgeführt – damals mussten die Ladies allerdings noch hinter verschlossenen Türen performen.
Die ersten Acts des Abends
Die Session startete mit einem anderen Stück von Edward Elgar: Introduktion und Allegro für Streicher, op. 47. Das Zürcher Kammerorchester hat mit diesem vielschichtigen symphonischen Poem, das barocke Elemente enthält, eine starke Performance hingelegt. Danach wurde Beethovens Streichquartett Nr. 11 in einer Bearbeitung von Gustav Mahler gespielt – eine echt spannende Interpretation, die die Musiker des ZKO mit viel Gefühl und ein bisschen Humor umgesetzt haben.
Die Oboe verzaubert
Nach der Pause ging es mit britischer Musik weiter. Albrecht Mayer, einer der bekanntesten Oboisten unserer Zeit, hat mit seinem Auftritt in Liechtenstein das Publikum verzaubert. Er spielte Stücke von Elgar und Ralph Vaughan Williams und fesselte mit seinem warmen und ausdrucksstarken Spiel. Besonders beeindruckend war die starke lyrische Ausdruckskraft, mit der Mayer das Konzert enden ließ.
Ein Zuschauer fasste es perfekt zusammen: „Schön!“. Das wurde durch Bachs Sinfonia zu „Ich hatte viel Bekümmernis“ als Zugabe nur noch unterstrichen.
