Chillen mit den Sounds der Freiheit, digga

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Italian Vibes im Kunstmuseum

Das Kunstmuseum Liechtenstein ist vollgepackt mit italienischen Meisterwerken. Besonders die Werke der Arte Povera Bewegung stechen hervor. Die Künstlerin Liliana Moro, die ihre Ausbildung an der Kunstakademie Brera in Mailand absolvierte, repräsentiert die nächste Generation dieser Kunstbewegung. Ihre Werke spiegeln Elemente der Arte Povera wider, wie die Arbeit mit einfachen, alltäglichen Materialien. Aber was wirklich sus ist, ist ihre Praxis des Zuhörens und die Interaktion mit dem Publikum. Mit «Andante con moto» lädt das Kunstmuseum zu ihrer ersten großen Einzelausstellung ein, die ihre Kunstwerke von den späten 1980er-Jahren bis heute zeigt.

Die Ausstellung step by step

Das Foyer des Kunstmuseums wird von einem two-meter-high, blau leuchtenden Neon-Ohr mit dem Titel «Ascolto» dominiert. Es gibt einen Einblick in ihre Kunst – es geht ums Zuhören und Lauschen. Sobald du die Treppe zum ersten Oberlichtsaal betrittst, bekommst du einen Pfiff von der Künstlerin selbst, ausgelöst durch einen Sensor. Letizia Ragaglia, Direktorin des Kunstmuseums und Kuratorin von «Andante con moto», erklärt, dass die Ausstellung wie eine Sinfonie konzipiert ist, mit Klanginstallationen in fast jedem Raum. Klang ist für die Künstlerin ein modellierbares Material, das den Raum einnimmt. Liliana Moro arbeitet schon seit den 1980er-Jahren mit Klang – er ist der rote Faden, der sich durch die Ausstellung zieht. «Er hat fast unvermeidlich eine öffentliche Dimension. Klang ist Freiraum», sagt Liliana Moro.

Interaktive Kunst

In einem Raum wirst du dazu herausgefordert, über durchsichtige Glasscherben zu gehen, die über den gesamten Boden verteilt sind. «Das Spannende daran ist, dass jeder von uns mit seinen ganz eigenen Bewegungen und seiner Gangart individuelle Klänge erzeugt», so die Direktorin. Nach dieser wylden Erfahrung laden im nächsten Raum ein Baustellentisch, Stühle und Sonnenschirme dazu ein, über die Kunst in den Dialog zu treten. Dabei hörst du im Hintergrund «Bella Ciao» in 25 verschiedenen Sprachen – ein Partisanenlied über Freiheit. Im selben Raum findest du das neue Werk «Le Nomadi», das aus Gepäcktrolleys besteht. Sie spiegeln Menschliches und Alltägliches wider – vielleicht etwas melancholisch, aber vor allem sehr persönlich.

Andante con moto

Das neuste Werk «Andante con moto», das sie dem Dichter und Dramatiker Samuel Beckett gewidmet hat, wurde eigens für die Ausstellung in Vaduz geschaffen. Außerdem sind 70 Rollschuhe aus Eisenblech, die mit Ketten verbunden sind, Teil der Ausstellung. Sie repräsentieren das erste Werk der Künstlerin für den öffentlichen Raum und wurden 1988 erschaffen.

Vernissage

Zur Vernissage am Samstag wird Liliana Moro zusammen mit ihrer Freundin Giovanna Luè die Performance «Studio per und probabile equilibrio in movimento» zeigen. Beide Frauen sind durch Riemen miteinander verbunden und versuchen einen Kreis auszuschreiten. Ein Ausstellungskatalog mit Texten von Fabio Cherstich und Milovan Farronato wird ebenfalls veröffentlicht. Die Vernissage mit Performance findet am 18. November um 17.30 Uhr statt.

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