LEIV-Party war ein bisschen lame
Also, gestern Abend hat der Eishockey- und Inlineverband von Liechtenstein (LEIV) im Restaurant Schluchertreff in Malbun seine Delegiertenversammlung abgehalten. Früher war die Party immer voller (gestern nur zwölf stimmberechtigte Homies). Aber das ist easy zu erklären, weil drei Clubs (Schaanwälder Hot Sticks, Wild Wings Balzers und die Skater von Freecrowd) sich verabschiedet haben und dadurch sechs Delegierte weniger am Start waren. Dabei hat der Verband auch etwa 50 Mitglieder verloren, aber die waren eh meistens nur auf der Couch, also bleibt die Qualität des LEIV stabil.
Jeder Player musste 500 Franken blechen
Die Clubs haben sich verabschiedet und die Fokussierung auf Eishockey war das dicke Thema der Versammlung. Drei Viertel der Mitglieder sind jetzt aus dem Eishockey-Business. Aus dieser Ecke kam dann auch ein Antrag, den keiner auf dem Schirm hatte. Die Nationalmannschaft von Liechtenstein wollte, dass der Verband 20.000 Franken für ein Turnier in Bratislava locker macht. Der Grund: Die Spieler müssen neben dem Urlaub auch einen fetten Teil der Kosten selbst stemmen (etwa 10.000 Franken). Das heißt, jeder Player musste letztes Jahr, als Liechtenstein das Turnier in Bratislava gerockt hat, 500 Franken hinlegen. Der Antrag wurde nach viel Palaver und Überlegen abgelehnt. Stattdessen gab’s 7.500 Franken. Die Delegierten haben kein grünes Licht gegeben, weil das Vermögen des LEIV seit den Teilnahmen am Development-Cup nur noch downhill geht. Vor dem ersten Turnier in Deutschland waren es noch 43.000 Franken. Letztes Jahr gab’s zwar einen kleinen Profit von 3.400 Franken, aber jetzt liegt das Vermögen nur noch bei 36.500 Franken. Mit den extra 7.500 Franken wird der Verband dieses Jahr einen Verlust von etwa 9.000 Franken einfahren, und dann wären nur noch etwa 27.000 Franken übrig, es sei denn, sie finden neue Cash-Quellen. „20.000 Franken können wir noch zweimal geben, dann sind wir pleite“, sagte einer der Delegierten. Andere meinten, dass jeder Spieler auch ein mega Erlebnis bei dem Turnier hat und das halt auch privat was kosten darf. Bei der Abstimmung gab es am Ende eine Enthaltung und eine Gegenstimme, die Mehrheit war dafür, dass die Nationalmannschaft 7.500 Franken bekommt.
Der LEIV-Boss ist chillig, aber der Cash-Flow ist ein Problem
LEIV-Boss Karl Otto Gämperli war cool mit der Entscheidung, besonders weil der Sieg beim letzten Turnier dem Verband neue Mitglieder und Werbung gebracht hat. Aber der LEIV muss sich Gedanken machen. Das Vermögen wird weniger und 2025 wird das Turnier in Porto stattfinden, was mit höheren Reisekosten verbunden ist. Entweder der LEIV findet neue Einnahmequellen oder es wird woanders gespart, sonst wird das Vermögen weiter schrumpfen und eine Eishalle wollen die Jungs ja auch irgendwann mal haben.
