Bildhauer-Style geht voll auf die Expressiv-Schiene

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Was war das Startsetting für das Bauprojekt in Schaan?

Also, die Bauherren kamen mit krassen Raumvorstellungen zu uns. Das Baugrundstück war ein leerer Platz inmitten einer Wohnzone, deswegen waren das Baugesetz und die Grenzabstände erstmal im Fokus. Wir wollten die Fläche voll ausnutzen, ohne den Style der bestehenden Häuser zu kopieren – das Haus sollte etwas Special sein. Wir haben es geschafft, das Volumen cool zu schichten und so eine expressive Architektur zu gestalten, ohne dabei auf Kosten der Wohnfläche Abschläge machen zu müssen.

Das Projekt hatte also einige Herausforderungen für euch?

Ja, das könnte man sagen – aber wir haben unser Ziel erreicht. Was visualisiert wurde, haben wir umgesetzt. Das Gebäude ermöglicht Wohnen auf vier unterschiedlichen Ebenen, die raffiniert verschoben sind, sodass auf jedem Stockwerk großzügige, gedeckte Terrassen entstanden sind. Ausserdem wurde das Raumprogramm ideal umgesetzt. Eine besondere Herausforderung waren zudem die Haustechnik und die Statik des Gebäudes. Da die einzelnen Stockwerke zueinander verschoben sind, gab es nur wenig Fläche – genauer gesagt nur rund einen halben Quadratmeter – wo die Leitungen untergebracht werden konnten. Das war bei der Planung gar nicht so easy umzusetzen, hat aber schliesslich mega geklappt.

War eure Vorgehensweise bei diesem Projekt anders als bei anderen?

Nein. In der Regel beginnt jedes Projekt mit einem Treffen mit den Bauherren, bei dem das Raumprogramm und alle weiteren Eckpunkte besprochen werden. In vielen Fällen fertigen wir dann gleich zusammen mit den Bauherren erste Skizzen an. Danach versuchen wir anhand einer Art von To-do-Liste die Wünsche der Bauherren so gut wie möglich umzusetzen und in den Plan zu integrieren.

Was konntet ihr zum Aussehen des Gebäudes beitragen?

Die Bauherrschaft hat uns in vielen Bereichen um unsere Ideen und Vorschläge gebeten. So waren auch die Materialisierung und das Erscheinungsbild ein Vorschlag von uns. Wir haben unterschiedliche Materialien für die einzelnen Stockwerke vorgeschlagen, damit sie sich auch optisch voneinander abheben. Aussen sieht man das beispielsweise durch die vertikal gefräste Faserzementplatte für den Zwischenstock, die aus Eternit-Platten besteht – eine sehr moderne Möglichkeit des Bauens.

Wie würdet ihr das Gebäude beschreiben?

Es ist ein Eyecatcher inmitten eines Wohnquartiers. Aus architektonischer Sicht sticht es deutlich heraus und nimmt keine Rücksicht auf die umliegenden Häuser. Und mit seinen zwölf Metern Höhe überragt es viele der anderen Gebäude und bietet den Bauherren so eine wunderbare Aussicht auf die umliegenden Berge und das Quartier. Den Stil würde ich als skulptural, expressiv, modern beschreiben. Er hebt sich von anderen Gebäuden deutlich ab.

Wie sieht das Raumkonzept im Inneren aus?

Die Stockwerke gliedern sich in unterschiedliche Bedürfnisse der Bauherren: Im Erdgeschoss befinden sich neben der Garage einige Nebenräume sowie der Gästebereich. Der erste Stock ist die Wohnetage mit großzügiger Terrasse und Multimediaraum, im zweiten Stock befinden sich die Schlafzimmer und im obersten Stock ist der Wellness- und Fitnessbereich untergebracht.

Was würdet ihr als Highlight im Gebäudeinneren nennen?

Die Küche, die Atti entworfen hat, ist das Herzstück des Gebäudes, daran haben wir uns in der Folge orientiert und die Farben und Materialien darauf abgestimmt. So beispielsweise auch den Boden: Im untersten Stockwerk und ganz oben wurden helle Platten ausgewählt, in den beiden mittleren Stockwerken Parkett.

War das Thema Nachhaltigkeit bei diesem Gebäude wichtig?

Den Bauherren lag dieses Thema sehr am Herzen. Sie haben sich für Erdbohrungen für eine Erdwärmepumpe entschieden, in Kombination mit einer großen Photovoltaikanlage. Auf jeder freien Dachfläche wurden Photovoltaikpanels angebracht, um die Fläche so gut wie möglich zu nutzen.

Was für ein Fazit zieht ihr zu diesem Projekt?

Ein durchwegs positives. Es ist für uns besonders spannend, mit Bauherren zu arbeiten, die uns Architekten so viele Freiheiten lassen. Gleichzeitig war die Bauherrschaft sehr entschlussfreudig, Entscheidungen wurden effizient getroffen und wir konnten das Projekt schnell und unkompliziert umsetzen.

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