Berset im Rennen – Liechtenstein gibt den Startschuss

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Der Schweizer Ex-Big-Player Alain Berset hat Bock auf den Job als Chef vom Europarat in Strassburg. Neben ihm wollen noch zwei andere Guys, Didier Reynders aus Belgien und Indrek Saar aus Estland, den Spot abgreifen. Die aktuelle Boss Lady, Marija Pejčinović Burić tritt nicht mehr an. Der neue Head wird zwar erst im Juni gekürt, aber die Interviews der Kandidaten gehen schon am 20. März los – noch unter Liechtenstein’s Führung, die bis Mai geht. Hat Alain Berset deswegen bessere Chances?

«Liechtenstein chillt neutral»

Unser Botschafter Domenik Wanger, der Liechtensteins Vertreter beim Europarat in Strassburg ist, meint: «Liechtenstein ist als Präsidentschaft neutral, kann aber als Mitglied abstimmen.» Also, Liechtenstein hat genauso viel to say wie jedes andere der 46 Mitgliedsländer. Das Ministerkomitee wird nach den Interviews ne Liste mit mindestens zwei Kandidaten der Parlamentarischen Versammlung zukommen lassen. Die Wahl des neuen Bosses findet dann im Juni statt. Der neue Europarat-Chef tritt seinen Job am 18. September an.

«Berset wäre ein nice Face für den Europarat»

Der Boss vom Europarat wird für fünf Jahre gewählt – maximal zwei Amtszeiten sind drin. Alain Berset wäre der erste Schweizer auf dem Posten. Ob Berset gut für den Job wäre und wie seine Chances stehen, darüber hat Helen Keller, Professorin für Völkerrecht an der Uni Zürich, mit «SRF» gesprochen. «Der Chef gibt dem Europarat ein Gesicht. Alain Berset wäre sicher eine starke Kandidatur», meinte sie. Bisher waren oft ehemalige Aussenminister Chef. Das wäre nicht so gut für den ehemaligen Innenminister Berset.

Aber in der Schweiz, wo das Präsidium im Bundesrat rotiert, nimmt der Bundespräsident oft Aussenminister-Aufgaben wahr, fügte Keller hinzu: «Berset ist gut geeignet. Er kennt sich auf internationaler Ebene aus, er ist sprachgewandt. Er würde dem Europarat ein wichtiges Gesicht geben.»

«Politische Intrigen hinter den Kulissen»

Die Tatsache, dass die Schweiz bisher keinen Boss beim Europarat hatte, sieht Keller eher als Vorteil. Aber: «Es ist ein politisches Spiel. Es kommt drauf an, wer noch für andere Top-Jobs beim Europarat bereit steht. Und ob Berset oder die Schweiz gut vernetzt sind. Es ist eine politische Kampagne. Die Wahl hängt nicht mehr nur von ihm ab, es wird politische Intrigen hinter den Kulissen geben.»

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