Bauern ackern etwa 65 Stunden die Woche

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Die Bedingungen für die Landwirtschaft waren bisher in diesem Jahr ideal. (Bild: Elma Korac)

Bauern-Protest in Europa

Zu Jahresbeginn gingen europäische Bauern auf die Barrikaden für bessere Bedingungen. In Deutschland blockierten Traktoren die Straßen, während in Liechtenstein Ruhe herrschte. Trotz dieser Ruhe sind die hiesigen Landwirte unzufrieden, klagt die Vereinigung bäuerlicher Organisationen (VBO) über zu viel Bürokratie und wenig Wertschätzung.

Regierung und Arbeitsbelastung

Die Regierung ist sich der hohen Arbeitsbelastung der Bauern bewusst. Eine Interpellation der VU zeigt, dass Bauern im Schnitt 65 Stunden pro Woche arbeiten, 12% davon entfällt auf Verwaltungsaufgaben. Förderungen sind an strenge Auflagen geknüpft, die dokumentiert werden müssen. Die Regierung versucht, den administrativen Aufwand zu minimieren und die Prozesse effizienter zu gestalten. „Insgesamt dient der administrative Aufwand dazu, Transparenz in der Landwirtschaft zu gewährleisten, die Qualität der Produkte zu sichern und den Schutz von Umwelt und Tieren zu fördern“, so die Regierung.

Schweizer Einfluss und Einkommen

Die liechtensteinische Landwirtschaft ist stark von der Schweizer Agrarpolitik beeinflusst. Der ökologische Leistungsnachweis (ÖLN) ist auch hierzulande Pflicht. Die Einkommenssituation der Landwirte hat sich verbessert, das Durchschnittseinkommen stieg auf knapp über 100’000 Franken, aber der Median liegt bei 83’000 Franken.

Wertschätzung und Herausforderungen

80% der Landwirte bemängeln fehlende Wertschätzung. Die Regierung hat im September die Verordnung über die Förderung von Verarbeitung und Absatz inländischer Landwirtschaftsprodukte (LVAV) verabschiedet, um Projekte zu unterstützen, die die Wertschätzung verbessern. Bodenverlust und Parzellierung sind weitere Herausforderungen. Mehr als 95% der landwirtschaftlichen Flächen sind gepachtet, was zu Unsicherheit führt. Es wird geprüft, ob die Pachtdauer und Kündigungsfrist verlängert werden können.

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