Anleger haben ein mega freshes Jahr auf der Überholspur erlebt

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Alter Schwede, was für ein Jahr 2022, oder? Man dachte, die Wirtschaftskrise ist im Sack, aber dann kam Putin und hat die Ukraine angegriffen – und zack, noch mehr Stress auf der Welt. Laut einer Umfrage von Natixis, einer Investment-Management-Firma, sehen die Big Player auf dem Finanzmarkt geopolitische Unruhen als grösste Bedrohung für die Wirtschaft. Aber no worries, 2024 könnte trotzdem ein gutes Jahr für Anleger werden. Ulrich Stephan, der Money-Guru der Deutschen Bank sagt: «Wir glauben, dass 2024 ein gutes Investmentjahr wird – trotz aller wirtschaftlichen, geopolitischen und klimatischen Herausforderungen sollten Anleger den Märkten weiterhin vertrauen. Ein aktives Risikomanagement wird jedoch entscheidend bleiben.»

USA, immer noch der Big Player

Die USA bleiben auch zukünftig die Big Boys auf dem Wirtschaftsmarkt, so Bernd Hartmann, Chefstratege und Leiter CIO Office bei der VP Bank. Er meint: «Nachdem die allgemein erwartete Rezession 2022 ausgeblieben ist, erwarten viele Anleger, dass diese ausfallen wird. Dabei dürfte die Rezession in der wichtigsten Volkswirtschaft, der USA, nur aufgescho­ben und nicht aufgehoben sein.»

Tech-Hype oder Shift?

Und was ist mit der Inflation und den Zinsen? Dominiert das die Finanzmärkte oder geht es um den Hype um KI und ob die Tech-Riesen weiterhin am Drücker sind oder ob es einen Shift zu anderen Werten gibt.

KI und Gesundheitssektor dominieren

Christian Zogg, Leiter Equity und Fixed Income Management bei der LLB, meint, dass 2023 KI und der Gesundheitssektor das Ding waren. Er sagt: «Mitte des Jahres brachte das Thema künstliche Intelligenz (Stichwort Chat GPT) einen mas­siven Kursschub in einigen US-Technologieakten. In der zweiten Hälfte machte im Gesundheitssektor eine Medikamentengruppe unter dem Begriff GLP-1 von sich reden (Stichwort: Schlank durch Spritzen), die einige wenige Pharmaaktien in die Höhe schnellen liess. Hersteller von Nahrungs- und Genussmitteln gerieten aber gleichzeitig unter die Räder.»

Zinsen auf Tauchstation?

Und wie sieht’s mit den Zinsen aus? Wird das nächste Jahr von langsamerem Wachstum, niedrigerer Inflation und fallenden Zinsen geprägt sein? Christian Zogg meint: «Ja, die Zinsen werden tendenziell sinken, allerdings nicht mehr in den Minusbereich. Das sollte in der Anfangsphase Obligationen unterstützen, mittelfristig jedoch vor allem auch Aktien und Immobilien begünstigen.» Gérald Moser, Head Investment Services EMEA bei der LGT, denkt, dass die Inflation 2024 weiter abnehmen wird: «Während in diesem Jahr Zinssorgen die Märkte beherrschten, dürften im neuen Jahr eher Wachstumssorgen dominieren.»

Gérald Moser sieht für 2024 ein paar interessante Trends. Unternehmen, die von strukturellem Wachstum profitieren, haben Potenzial. Er sieht auch Auf­wertungspotenzial bei Bond Proxies, also Aktien mit anleiheähnlichen Qualitäten, z.B. aus den Sektoren Basiskonsumgüter oder Gesundheitswesen. Unternehmensanleihen, sowohl kurzfristige wie solche  auf Investment-Grade, versprechen attraktive Rendite bei geringem Risiko. Langlaufende Staatsanleihen bleiben attraktiv, und auch ein breit diversifiziertes Portfolio aus Industrien und Unter-nehmen, die Lösungen rund um Themen wie Sicherheit und Lieferengpässen, sichere Ressourcenversorgung und nationale Sicherheit offerieren, bietet vielversprechende Chancen. 

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