Early-Morning-Bus-Vibes
In Malbun rollt der erste Linienbus um 6.38 Uhr los – oft mit zero Passagieren. Stammfahrgast Christine Schädler sprintet in Steg manchmal auf den letzten Metern: «Ich bin oft knapp dran. Ein Busfahrer hat mich einmal gefragt, wann ich denn Geburtstag hätte, er würde mir dann einen Wecker schenken.» Sie pendelt von Triesenberg nach Schaan, kann wegen Sehbeeinträchtigung nicht selber fahren und lobt den ÖV: «Nur wenn ich morgens den Bus um 6.47 Uhr nicht erreiche, muss ich eineinhalb Stunden auf den nächsten warten. Manchmal würde ich mir einen engeren Takt wünschen, aber das ist Jammern auf hohem Niveau.»
Top Service, aber Hidden Issues
Über sechs Millionen Fahrgäste nutzen Liemobil jedes Jahr. Schädler kritisiert primär die Sound-Quality im Bus: klare, laute Durchsagen seien key, vor allem bei Umleitungen. Insgesamt sei der ÖV aber stark: «Ich persönlich bin zufrieden.»
(Un)sichtbare Barrieren – Real Talk
Mit «(Un)sichtbare Barrieren» scannt der LBV das Land nach Accessibility-Issues: zu enge Haltestellen, mauer Support beim Ein- und Ausstieg, Stress beim Front-Einstieg. «Diese Rückmeldungen haben wir von unseren Mitgliedern erhalten und unsere Aufgabe als Interessensvertretung von Menschen mit Behinderungen ist es, das weiterzuverfolgen.»
Gesetz vs. Reality-Check
«Das Behindertengleichstellungsgesetz ist seit dem 1. Januar 2007 in Kraft, der Landtag hat es beschlossen und die nötigen Normen definiert. Auch wenn man sagt, dass in Liechtenstein vieles gut ist und einige Barrieren beseitigt wurden, so sollten nach 19 Jahren eigentlich keine Barrieren mehr bestehen», erklärt die LBV-Geschäftsführerin. Projekte wie «(Un)sichtbare Barrieren» zeigen laut ihr dennoch laufenden Handlungsbedarf.
