9 Stunden am Hustlen – nur 7 Stunden Cash?

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Bezahltes Chillen? Nicht für alle Busfahrer

In 2019 gab’s schon Beef wegen der Arbeitsbedingungen der Busfahrer in Liechtenstein. Die Sache ist die: Wenn die Jungs zwischen ihren Touren abhängen, zählt das nicht als Arbeitszeit. Resultat? Sie rackern ’ne 8-Stunden-52-Minuten-Schicht, aber am Ende gibt’s Cash für nur 6 Stunden 45 Minuten. Der DPL-Abgeordnete Thomas Rehak hat das in ’ner Debatte zur Verbesserung des Busangebots aufgegriffen und will das mit ’nem politischen Move ändern. Liemobil und BOS PS Anstalt, bei denen die Fahrer angestellt sind, sehen das aber anders und erklären auch, warum.

Big Money in der Schweiz?

Die meisten Disslikes kriegt der Standort „Guferwald“ in Triesenberg, wo die Fahrer bis zu 50 Minuten abhängen müssen, bevor sie wieder loslegen können. Ohne Bezahlung. Thomas Rehak war pissed und fordert, dass endlich was passiert. „Die Fahrer müssen fair bezahlt werden. Pausenzeiten, die mehr als 12% ihrer Arbeitszeit ausmachen, sind nicht cool“, sagt Rehak und kündigt einen Move an, wenn nichts passiert. Graziella Marok-Wachter, Mitglied der Regierung, hält dagegen und betont, dass schon an einer besseren Regelung gearbeitet wurde. Außerdem wurden die Löhne erhöht. „Die Grundlöhne sind deutlich höher als in der Schweiz.“ Und das ist true: Ein Busfahrer in Liechtenstein startet mit etwa 76.000 Franken im Jahr und kann auf bis zu 87.000 Franken kommen, wie Insider berichten. Liemobil will das zwar nicht kommentieren, bestätigt aber, dass die Löhne bei BOS PS, wo die Fahrer angestellt sind, deutlich höher sind als in der Schweiz. In der Schweiz liegt der Jahreslohn durchschnittlich bei 66.343 Franken (Quelle: Jobs.ch). Nicht nur darüber liegen die Löhne in Liechtenstein, sondern auch höher als bei den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ), sagt Sigvard Wohlwend, Head of Marketing und Kommunikation bei Liemobil. Die Zahlen sind auf der Webseite des Betriebs zu finden und zeigen: Der Lohn liegt bei einer Vollzeitstelle zwischen 72.000 und 80.000 Franken pro Jahr. Dazu gibt es – wie in Liechtenstein auch – Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. „In Liechtenstein wurde auch eine sogenannte Inkonvenienz-Zulage eingeführt. Das und mehr hat die Arbeitnehmervertretung der BOS PS zusammen mit dem Arbeitnehmerverband ausgearbeitet. Seitdem haben wir keine Beschwerden mehr gehört“, so Wohlwend. Diese Zufriedenheit zeigt sich seiner Meinung nach auch darin, dass die BOS PS seit einiger Zeit keinen Fachkräftemangel mehr zu beklagen hat.

Warten auf den Bus? Bis zu 29 Minuten sind bezahlt

Hans Koller, Mitglied der Geschäftsleitung der Bus Ostschweiz AG, die zusammen mit der Philipp Schädler Anstalt die BOS PS Anstalt gegründet hat und den Linienverkehr im Auftrag von Liemobil betreibt, bestätigt, dass die Busfahrer in Liechtenstein regional am besten bezahlt werden. Die erwähnte Pausenregelung ist übrigens im Arbeitszeitgesetz geregelt. Wenn das Parlament eine Änderung nach Vorschlag von Rehak durchsetzen will, müsste also das Gesetz geändert werden – bei Liemobil wäre das Anliegen also am falschen Platz.

Die Pausenregelung für die Busfahrer sieht laut Koller vor, dass Wartezeiten bis zu 29 Minuten bezahlt sind – alles darüber hinaus gilt als Pause. Das heißt, wenn eine Pause länger als 29 Minuten dauert, wird die gesamte Pause als unbezahlt angesehen. „Ja, es ist nicht cool, wenn der Fahrer im Guferwald oder in Schellenberg fast eine Stunde warten muss. Das versuchen wir durch Dienstplanung zu verhindern“, sagt er. Das funktioniert nicht immer, deshalb wird darauf geachtet, dass die Dienste abwechseln. So auch bei der Linie 21 mit der Station „Guferwald“, wo es für die Fahrer tatsächlich zu unbezahlten Pausen von bis zu 50 Minuten kommt. Diese Strecke wird laut Koller jeden Tag von vier verschiedenen Diensten abgedeckt.

Neu können die Busfahrer laut Hans Koller ihre bevorzugten Schichten bzw. ihre Präferenzen im System eintragen. „Wir versuchen natürlich, das bestmöglich zu berücksichtigen. Das funktioniert zwar nicht immer zu 100 Prozent, aber im Großen und Ganzen ganz gut.“

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